185 City Road, Roath, Cardiff...

Veröffentlicht auf von Fabian

 

… das ist mein Domizil für die nächsten fast genau drei Monate. Nach einer Woche im Hostel (oder besser: in drei verschiedenen Hostels) bin ich gestern endlich sesshaft geworden. Die Wohnungssuche hat nicht nur meinen Geldbeutel viele Pfunde (...) gekostet, sondern auch mich einiges an Nerven. Für nur drei Monate in Wales zu bleiben und nicht unter der Cardiff Bridge wohnen zu müssen, ist pretty schwierig.

 

Zunächst einmal ein großes Dankeschön an die Uni. Im Wohnheim wohnen müsste ich mindestens sechs Monate, Hilfe bei der Suche nach einer privaten Unterkunft gab es nur symbolisch. Ich solle „Mitte nächster Woche“ noch mal kommen, und so lange im Hostel wohnen. Ja nee, ist klar. Also habe ich das Ganze selbst in die Hand genommen und nach ungefähr 15 letting agencies endlich eine annehmbare Behausung gefunden. Im Übrigen eine eher zwielichtige Branche in UK.

 

Aber jetzt wohne ich seit ungefähr 30 Stunden endlich richtig in der walisischen Hauptstadt, und, das ist nicht unbedingt selbstverständliCIMG0582 400 300ch, in einer Straße, deren Namen ich auch aussprechen kann: City Road. Bei der benachbarten Crwys Road wäre es schon schwierig geworden. Googelt man nach meinem neuen Zuhause, findet sich folgende ziemlich treffende Analyse: “It's a street everyone knows but hardly anyone loves“. Hier ist 24/7 was los, also rund um die Uhr. Gefühlt besteht die Straße nur aus Fast-Food-Restaurants, die die hungrigen Mäuler der Partygänger auf ihrem Nachhauseweg füttern wollen. Es gibt hier alles, Post, Apotheke, Supermärkte, islamische Bekleidungsgeschäfte und jede Menge Frisöre. Also eigentlich wie in der Mainzer Neustadt. Zur Uni brauche ich (bergauf) ne knappe halbe Stunde zu Fuß, ins Zentrum etwa 15 Minuten. Das wichtigste ist demnach in einigermaßen annehmbarer Zeit zu erreichen. Jeden Tag 3 Pfund für den Bus seh' ich nämlich nicht.

 

185 City Road also. Gottseidank habe ich dort keine „roommates“ (also ein Einzelzimmer) und nicht einmal „flatmates“, sondern wohne in einem ganzen Haus. Und das mit sieben anderen Studenten zusammen: Mit Eugénie und Raphaele (beide aus Frankreich), Lisa und Miriam (beide aus dem Saarland) sowie den Briten Jack, Kate und Rachel. Die beiden Letztgenannten entsprechen dabei –ohne konkreter zu werden– ziemlich genau dem Klischee, das man so von britischen Frauen hat. Kate hat türkise Haare und ist nebenbei übrigens ab nächste Woche bei den Commonwealth Games in Indien unterwegs – als Wrestlerin.

 

CIMG0577 300 400Wie dem auch sei, es gibt in 185 City Road ein großes Wohnzimmer, zwei mehr oder weniger saubere Bäder (eher weniger), eine eigentlich ganz ordentliche (aber bis zum Einrücken der Deutschen ebenfalls schmutzige) Küche und acht   Zimmer. Waschmaschine und Trockner gibts auch, ein überdimensionales Jägermeister-CIMG0576 300 400Banner ebenfalls. Mein Raum ist im 1st floor, der auch den W-Lan-Router beherbergt (= gut!), wirkt eigentlich ganz gemütlich und ist natürlich auch möbeliert. Aber auch ziemlich klein. Ich schlafe in einem double bed, das ich gleich mal mit einer kingsize (2x2m)  Bettdecke von Primark ausgestattet habe. Dazu noch einen Spiegelschrank, eine Schubladenkommode und einen Schreibtisch. Den dazu gehörenden Stuhl habe ich mir kurzerhand aus dem nahen Wohnzimmer organisiert. Läuft. Der Bodenbelag ist, wie ihr sehen könnt, blau und schimpft sich Teppich. Und ich hab schon schmutzigere seiner Art gesehen.

 

Die mehrere fußhohe Hürde Wohnung habe ich also erst einmal genommen. Weiter gehts Ende der Woche mit der Zusammenfassung der Introduction Week. Mal sehen, was das hier noch so gibt in den nächsten Wochen. Ob ich am Ende besser englisch, französisch oder gar saarländisch sprechen kann. Will see, on verra. Beziehungsweise: Mo gugge.

Werbung

Veröffentlicht in Wales

Um über die neuesten Artikel informiert zu werden, abonnieren:
Kommentiere diesen Post