Rugby gut, Wales nicht

Veröffentlicht auf von Fabian

Was haben Wales, Australien, Südafrika, Neuseeland und die Fiji-Inseln gemeinsam? Genau. In all diesen Ländern lacht man über American Football - denn hier spielt man Rugby.

 

Im kommenden Frühjahr steigt wieder der sogenannte "Six Nations Cup", die inoffizielle Europameisterschaft im Rugby. Kurioserweise wird der Titel (wie der Name eigentlich schon sagt) lediglich von sechs Nationen umkämpft - Frankreich, England, Schottland, Wales, Italien und Irland. Grund genug für den walisischen Rugbyverband zur Turniervorbereitung  vier Testspiele gegen die oben genannten anderen Rugbynationen,zu absolvieren; gestern war das Spiel gegen Fiji dran. Nach zwei erwarteten Niederlagen gegen Australien und Südafrika war die Partie gegen den Inselstaat die große walisische Hoffnung, die Testspielserie nicht sieglos zu beenden. Deshalb fanden sich gestern über 52.000 Zuschauer im Millennium Stadium ein, der drittgrößten Arena in UK,. Rein passen übrigens maximal 74.500. Die Ticketpreise fingen bei um die 20 Pfund an, bei allen anderen Spielen musste man für die günstigsten Plätze 60 (!) bis 80 (!) Pfund hinlegen! Rugby muss man als zivilisierter kontinentaleuropäischer Fußballsympathisant natürlich mal miterlebt haben, daher:

 

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Stilecht trage ich mein frisch erworbenes Nationaltrikot. Nicht ganz stilecht darüber die Lederjacke ;) Gehofft hatten die anderen 52.000 und ich natürlich auf ein rauschendes Rugbyfest - vergebens. Am Ende ging es 16:16 aus, ein sehr niedriges Ergebnis. Die Stimmung war aber sehr interessant, auch wenn das Spiel streckenweise in der zweiten Halbzeit so langweilig war, dass die Zuschauer sich mit ungefähr zehn Runden LaOla selbst beschäftigen mussten. Trotz allem Nationalstolz haben die Zuschauer auch den Spielern aus Fiji viel Respekt entgegenbrachten und sogar deren Punktgewinne beklatschten. Im Fußball undenkbar. Und schon Stunden vor dem Spiel war die Stadt voll mit Menschen mit Trikots, Schals und roten Drachen auf dem Kopf - Rugbyländerspiele sind in Wales wie nationale Feiertage. Kleine Eindrücke aus der Arena:

 

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Genaueres zu den Rugbyregeln spare ich mich aus Platz- und Komplexitätsgründen. Aber mein Studium der Rugby-WM anno 2003 auf DSF hat viel geholfen und mich so zum "Rugbyexperten" meiner Erasmusgruppe gemacht. Entsprechend gefragt war ich als Regelkundiger im Vorfeld :) Ah, was ich noch erwähnen sollte: Niemals bei einem Rugbyspiel in Wales auf die Idee kommen, die Halbzeitpause würde zum Bierholen genügen. Erstens trinkt der Durchschnittswaliser pro Spiel ungefähr elf Pints (weshalb man an den Ständen auch pro Person nur vier auf einmal kaufen darf) und zweitens arbeiten die Leute an der Theke in einem Schneckentempo. Servicewüste Wales! Da ich nur ein Bier kaufen wollte, war ich schnell Ansprechpartner für alle betrunkenen Waliser, die gerne fünf oder sechs gehabt hätten, aber nur vier bekamen. Vielleicht sollte ich das professionell machen. Jedenfalls hat Fiji in der Nachspielzeit den Ausgleich erzielt und dann war das Spiel rum, Wales hat wieder nicht gewonnen, aber der Stimmung tat das keinen Abbruch. Und nun muss halt ein Sieg gegen die "All Blacks" aus Neuseeland nächsten Samstag her.

 

PS: Kaiserslautern Fußballclub olé!

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