San Francisco und aus

Veröffentlicht auf von Fabian

Nach „Geld in Las Vegas verlieren“ kann ich nun einen weiteren Punkt von der To-Do-Liste streichen: Einmal in den USA Autofahren. War gar nicht so schwer und Automatikschaltung ist auch nicht so schlecht wie gedacht – es fährt sich in der Tat sehr gut. Bei unserer kurzfristigen Rückkehr nach Las Vegas setzten uns Steffi und Uli (die danach nach LA weiterfuhren) am Flughafen ab, wo wir unseren Nissan aufgabelten. Für zwei Tage und etwas über 100 Dollar waren wir nun stolze Besitzer eines eigenen Gefährtes, was zum Reisen nach Flugzeug, Bus und Co eine willkommene Abwechslung war. Übrigens: Diese Ammenmärchen, man müsse unbedingt über einen internationalen Führerschein verfügen und unter 25 Jahren geht miettechnisch sowieso gar nichts, stimmen nicht. Zumindest im Staate Nevada, aber da darf man ja auch auf der Straße trinken, im Casino rauchen und Geld am Automaten verprassen. Läppische zehn Dollar Aufschlag musste ich aufgrund meiner Jugend pro Tag zahlen. Lief.

 

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Jedenfalls fuhren wir dann Sonntagabend von Vegas in Richtung San Francisco, das sind ungefähr zehn Stunden Fahrt. Darum und auch um Kalifornien noch von einer anderen Seite kennenzulernen, planten wir zwei Stopps ein: Die erste Nacht verbrachten wir in Bakersfield, immerhin 300.000 Einwohner groß, im lokalen Best Western. Viel gesehen haben wir von der Stadt aber im Dunkeln nicht und am nächsten Morgen sind wir dann früh aufgebrochen. Für einige Verwirrung sorgte, dass die Amerikaner von heute auf morgen einfach so ohne unser Wissen (!) die Uhren auf Sommerzeit umstellten. Zumal wir noch von der Zeitverschiebung Nevada-Arizona geplagt waren.

 

Nach einer höchst interessanten Autofahrt durch die Vielfalt Kaliforniens (Obstplantagen, Ölraffinerien, Viehzucht, Weinberge) landeten wir in Monterey an der Pazifikküste, ungefähr 100 Meilen südlich von San Francisco. Das Wetter war zwar nicht so fantastisch wie in San Diego und LA („It never rains in Southern California“), aber doch ganz okay und die 30.000-Einwohner Stadt sowie der Nachbarort Pacific Grove entschädigten für Nebel und stellenweisen Nieselregen. Sehr schön da und absolut eine Reise oder wenigstens einen Zwischenstopp wert!

 

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Dienstagmittags ging es dann weiter zum letzten Etappenziel, San Francisco. Unterwegs noch schnell Mittagessen im Surfer-Mekka Santa Cruz, aber Abends waren wir nach einer beeindruckenden Fahrt über den Highway 1 endlich im verregneten San Francisco.

 

Nicht umsonst ist die viertgrößte Stadt Kaliforniens eines der beliebtesten Urlaubsziele der USA. Faszinierend ist die Architektur der Metropole, die insgesamt auf 41 Hügeln („Hills“) gebaut ist (Ha, Rom, in your face!) und seit über 100 Jahren von den sogenannten Cable Cars bedient wird. Das sind kleine elektrische Waggons, die wie Straßenbahnen fahren und alle Steigungen mehr oder weniger mühelos meistern. Für fünf Dollar die Fahrt. Muss man aber mal gemacht haben.

 

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Weitere Highlights auf unserem leider letzten Stopp in Kalifornien waren die Fahrt über die Golden Gate Bridge,  der Besuch im Hippieviertel Hight Ashbury, wo in den Sechzigern die Hippiebewegung ihren Anfang nahm, sowie die Stippvisite im  Schwulenviertel Castro, der Heimat des Aktivisten, Politiker und Menschenrechtler Harvey Milk (dessen filmische Biographie mit Sean Penn in der Hauptrolle ich an dieser Stelle wärmstens (haha) empfehlen kann).

Außerdem sahen wir die berühmten Seehunde am Pier 39 – dort „leben“ seit dem letzten großen Erdbeben 1989 mehrere hundert Tiere und belustigen die zahlreichen Zuschauer. So auch uns.

 

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Und natürlich muss der Ausflug zur ehemaligen Gefängnisinsel Alcatraz – bei Nacht! Die zwölfminütige Überfahrt mit der Fähre nutzten wir für fantastische Bilder dieser berühmten Brücke und der SF-Skyline. Auf der Insel mussten wir dann erstmal einige Serpentinen erklimmen, während die körperlich beeinträchtigten Mitreisenden mit einem Golftrolley hoch kutschiert wurden. Nur fair, doch in den USA zählen auch dicken Menschen (und davon gibt es doch recht viele) in solchen Fällen als behindert und hier besetzten gleich mehrere den Wagen – was zum Spitznahmen Fat-Express, kurz Fed-Ex, führte.

 

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Die Audio-Tour durch die bedrückende Gefängnisanlage war super, zumal die verschiedenen Stationen von ehemaligen Insassen und Gefängniswärtern moderiert und kommentiert wurde. Die Tour kostet zwar 33 Dollar, ist aber ebenfalls wärmstens zu empfehlen. Weniger warm gewesen sein dürfte den drei Ausbrechern, den 1962 als einzigen die Flucht von der Hochsicherheitsinsel gelang. Ob sie allerdings auf dem zwei Kilometer langen Wasserweg nach San Francisco ertrunken sind oder in Südamerika weiterlebten, weiß niemand – man hat sie nie wiedergesehen.

Uns hat man allerdings wiedergesehen, und zwar in Washington, DC. Fünf Stunden dauerte unser Flug „nach Hause“, wo wir noch eine Nacht bei einer Praktikumskollegin von mir verbringen durfte – das war super und sehr entspannend, so kurz vor dem Flug nach Hause.

 

Jetzt sitze ich am Gate und warte auf unseren letzten Flieger auf dieser Reise, den zurück nach Frankfurt – wie sollte es auch anders sein, mit einem lachenden und einem weinenden Auge. Die letzten drei Monate und speziell die letzten drei Wochen waren sehr lern- und erlebnisreich und haben mich sicher ein gutes Stück reicher gemacht – leider nicht im finanziellen Sinne! :) Eines habe ich vor allem gelernt: Die USA sind, nicht zuletzt wegen ihrer unglaubliche Vielfalt, ein Reiseziel für absolut jeden Geschmack und werden mich auf jeden Fall wiedersehen!

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Veröffentlicht in USA

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