Cardiff, London, München und zurück
Der Weg in die USA ist ein langer und von Unwegsambarkeiten gepflasterter. Eine der vielen Hürden: Das Visum. Nach langer vergeblicher Kontaktaufnahme mit der amerikanischen Botschaft in London habe ich mich schließlich dazu entschlossen, den Briten in dieser Beziehung die kalte Schulter zu zeigen und das erforderliche „persönliche Interview“ in Deutschland, genauer in München durchzuführen.
So also bin ich letzten Mittwoch von London nach München geflogen und muss sagen, es war schon ein bisschen seltsam, wieder in Deutschland zu sein. Anfangs. Nach drei Tagen in der bayerischen Landeshauptstadt und in meinen Augen wohl Welthauptstadt des Weihnachtsmarktes hatte ich nur noch bedingt Lust, für die letzten acht Tage noch einmal nach Großbritannien zurückzukehren. Mal abgesehen von einigen, äh Komplikationen in München (Stichworte Fieber und Feuer) war der Aufenthalt dort sehr gelungen, ich bin endlich in Besitz meines Visums und habe auch ganz schnell wieder die Vorzüge Deutschlands schätzen gelernt. Wenn man mal eine Zeit in UK verbringt und unterbewusst immer noch ein Pfund mit einem Euro gleichsetzt (was falsch ist), empfindet man selbst die teuerste deutsche Stadt als verhältnismäßig günstig. Allerdings dachte ich zuerst, der Geldautomat wollte mir Falschgeld andrehen: Ich hätte geschworen, dass der 20-Euro-Schein grün und nicht blau ist! Zumindest ist die 20-Pfund-Note grün…
An meinem ersten Tag in München habe ich dann gleich mal deutsch geshoppt und den Zwanni in Schnitzelbrötchen, BILD-Zeitung und Yormas-Kaffee investiert. Gewohnt habe ich bei meiner Cousine und das war sehr gut so. Nach ein bisschen Sightseeing in München musste ich mich dann Samstagmittag wieder zum Flughafen schleppen, Gottseidank gab’s keine Ausfälle oder Verspätungen. Nach fünf Stunden Busfahrt von London Gatwick nach Cardiff befinde ich mich jetzt in der letzten walisischen Woche und mache auf jeden Fall das Beste daraus. Aber das Beste: Washington steht dank des Visums absolut nichts mehr im Wege!